Neuer Job: Home-Office-Beauftragte/r

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, wir werden in nächster Zukunft einen neuen Job in unseren Organisationen zu vergeben haben. Wer kann sich noch erinnern, als wir die Abfallbeauftragten und Gesundheitsbeauftragten belächelt haben und sie beobachtet haben, als sie von Platz zu Platz und von Abteilung zu Abteilung gingen? Von den Brandschutzbeauftragten und Ersthelfern mal ganz abgesehen – die waren im Ernstfall ja auch ganz wichtig.

Ich bin mir ganz sicher.

Ja, es wird einen Home-Office-Beauftragten geben, da bin ich mir ganz sicher. Ich weiß nur noch nicht, wie genau sein Aufgabengebiet aussehen wird.

Ich kann mir vorstellen, dass die Mitarbeitenden und ihre Führungskräfte von dieser Person darüber informiert werden, was die Sozialpartner, der Betriebsrat und die Unternehmensleitung vereinbart haben. Wenn sie dann mal was fertig vereinbart haben. Da müssen ja noch ganz viele Leute mitreden, das kann dauern.

Informieren – beraten – unterstützen

Ich kann mir vorstellen, dass er oder sie die im Home-Office befindlichen Mitarbeitenden berät, wie der optimale Arbeitsplatz dort aussieht und vielleicht sogar – selbstverständlich mit Babyelefant im Gepäck – einen Hausbesuch macht, wenn das den im Home-Office befindlichen Kolleg*innen recht ist, um dort gemeinsam nach sicheren, stabilen, ruhigen Möglichkeiten zu suchen. Ganz nebenbei sollten die IT-Anwenderkenntnisse derjenigen Person nicht unter dem Durchschnitt der im Home-Office befindlichen Mitarbeitenden liegen – da tauchen sicher Fragen auf.

Ich kann mir vorstellen, dass er oder sie mit den Abteilungen über die Budgetierung oder Zuteilung eines Budgets für die Ausstattung im Home-Office berät – damit auch zu Hause ergonomische Verhältnisse herrschen. Oder auch Informationen zur steuerlichen Absetzbarkeit von Investitionen, die zu Hause selbst erfolgen müssen, zur Hand hat.

Eierlegende Wollmilchsau

Selbstverständlich sollte diese Person auch Tipps und Tricks für den optimalen Ablauf zu Hause zur Hand haben, die Kern- und Rahmenarbeitszeit mit der von zu Hause aus arbeitenden Person durchgehen – auf soziale und private Verpflichtungen hin abchecken – es hat ja (neben der noch immer vorherrschenden Ansteckungsgefahr) ja schon vorher Gründe gehabt haben, warum viele von zu Hause aus gearbeitet haben. Super wäre, die Home-Office-Kraft auch in Gesprächen rund um Vereinbarungen mit dem Team oder der Führungskraft zu unterstützen. Also so eine kombinierte Mini-IT-Ergonomie-Lebens- und Teamcoaching. Klingt schon wieder nach einer eierlegenden Wollmilchsau.

Warum brauchen wir so eine Funktion?

Wir wollen doch alles richtig machen, oder? Und hier ist es für Mitarbeitende sicherlich motivierend, eine Person „auf Augenhöhe“ als Ansprechpartner*in zur Verfügung zu haben, die den Betrieb und die Rahmenbedingungen vor Ort kennt.

Wir wollen uns nicht über den Tisch gezogen fühlen. Damit ist es fein, wenn es je nach Unternehmensgröße eine oder noch besser mehrere zentrale Ansprechpersonen gibt, die als Service kontaktiert werden können. Wenn es mehrere Personen gäbe, könnten diese durchaus unterschiedlich von Geschlecht, eigener persönlicher Lebenssituation und aus verschiedenen Abteilungen stammen, das macht die Wahl meiner Ansprechperson leichter.

Das Sahnehäubchen

Jetzt kommt’s! Diese Home-Office-Beauftragten haben zuvor alle dafür notwendigen Informationen aus der Unternehmensleitung, aus der HR, vom BR, von der IT und der Rechtsabteilung in gut verständlicher Sprache für die Mitarbeitenden zusammengefasst und von der internen Unernehmenskommunikation in einem kleinen schicken Folder gestaltet bekommen.

Nein, es ist noch nicht Weihnachten.

Man wird sich ja wohl noch was wünschen dürfen 😉

An der Realität vorbei?

Ich geb’s zu, meine Phantasie ist wieder mal mit mir durchgegangen. Ich bin mir auch ganz sicher, dass es viele Unternehmen gibt, die momentan noch viel grundlegendere Themen am Tisch haben, die um’s Überleben kämpfen. Zugleich haben wir auch viele dienstleistende und produzierende Betriebe, bei denen nur ein Bruchteil der Mitarbeitenden überhaupt Home-Office in Anspruch nehmen können. Jede Arbeit lässt sich eben nicht von zu Hause aus erledigen. Hier braucht es ernstgemeinte Kompensation – wenn Home-Office als Möglichkeit in den kaufmännischen und verwaltenden Bereichen kommt – was als motivierendes Element den anderen Bereichen angeboten wird.

Aber die generelle Idee des bzw. der Home-Office-Beauftragen ist von mir ernst gemeint. Ich betrachte es als eine Anerkennung der Situation selbst und den Mitarbeitenden gegenüber für die unstete, unsichere Phase, die noch immer nicht hinter uns liegt.

Zum Glück gibt’s schon Unterstützung für verteilte Teams, die schon fertig ist – wie zB mein Online-Training „Entwicklung verteilter Teams

 

Brauchen Sie Unterstützung dafür? Dafür bin ich da.