Bewusstheit als Lernziel?

In vielen Lernzielen wird die Abstufung (K1 – K6) verwendet, die Bloom ursprünglich schon in den 1960ern Jahren erstveröffentlicht und dann mit weiteren Mitarbeitenden in den 80ern und Folgejahren überarbeitet hat.

Hier wird unterschieden, ob unsere TN etwas

  • K1 „nur“ wissen sollen
  • K2 ein Verständnis dafür erlangt haben sollen
  • K3 etwas anwenden können sollen
  • K4 schon etwas komplexer: etwas analysieren können sollen
  • K5 etwas selbstständig (ohne konkretes, detailliertes vorheriges Üben) anwenden,          analysieren, kreativ zusammenstellen können
  • K6 oder sogar eine Beurteilung eines Verfahrens, einer Leistung oder von Situationen erstellen können sollen.

Hierfür stellt uns die Taxonomie und die deutsche Sprache eine Vielzahl von Verben zur Verfügung, die eindeutig beschreiben, wie oberflächlich oder tiefgehend eine Weiterbildung aufgebaut sein muss, um das Lernziel zu ermöglichen. In meinen Seminaren und Workshops wirke ich meist auf die Ebene K1 – K4 ein, in den noch erlebnislernorientierteren Settings wie im Teamkochen oder in LEAD Reality Training wird auf Ebene K5 gearbeitet.

Kennen =/= Können

Es ist nur ein Buchstabe – aber der unterscheidet in allen meiner Trainingsdesigns darüber, wie das Seminar oder der Workshop gestaltet ist.

Lesen Sie die folgenden 3 Lernziele aufmerksam durch und überlegen Sie sich, welchen Unterschied es auf die Aufbereitung des Inhalts macht:

„Die Teilnehmenden kennen den Unterschied zwischen Methode A und B.“

„Die Teilnehmenden können Methode A und B selbstständig anwenden.“

„Die Teilnehmenden können in einer Situation selbstständig entscheiden, ob Methode A oder B einzusetzen ist und diese auch effizient anwenden.“

Daran schließt sich für mich auch die Frage der „Bewusstheit“, da ich dieses Wort gerne in meinen Lernzielen verwende. Nur 2 Beispiele:

„Die Teilnehmenden erlangen eine Bewusstheit über die Unterschiedlichkeit der Persönlichkeiten in ihrem Team.“

„Die Teammitglieder erlangen eine Bewusstheit über das individuelle Stressverhalten.“

Höchste Zeit, sich mit diesem Begriff auseinander zu setzen. Wann kann ich mir als Trainerin denn sicher sein, dass sich meine Teilnehmenden über ein solch komplexes Thema bewusst sind? Ja, einerseits durch die Aussagen im Laufe oder spätestens am Ende des Seminars, die dann in etwas so lauten:

„Mir war gar nicht klar, wie unterschiedlich wir alle sind.“

„Ich hab jetzt ein viel tieferes Verständnis für meine Kolleginnen!“

Also muss ich gezielt Reflexionen im Workshop selbst oder in den Transfereinheiten einbauen. Lerntagebücher, Peer-Groups, Protokolle helfen, eine gewisse Verbindlichkeit dafür herzustellen, es auch durchzuführen. Sich den eigenen Facetten und Talenten, Eigenheiten, Stärken und Problemzonen zu stellen und darüber Bewusstheit zu erlangen, geht aber weiter. Dafür braucht es ein Erleben der Unterschiedlichkeiten. Durch das Erleben ergeben sich idealerweise Erkenntnisse. Es braucht Feedbackschleifen, um Selbst- und Fremdbild abzugleichen und wieder eine Stufe tiefer ins Bewusstsein eindringt.

Apropos Bewusstheit… Es geht noch tiefer.

Susanna Weilke Fuehrung Team Persoenlichkeit

Wer sich mit seiner angeborenen, energetischen Veranlagung beschäftigen möchte, dem empfehle ich eine 64keys® Analyse.

Wer eine auf dieser Basis in „Ich-Form“ geschriebene Persönlichkeits-Analyse im beruflichen Kontext, die bestens für Bewerbungsprozesse genutzt werden kann, möchte, dem empfehle ich einen Genius-Report®.

SizeLogoWer sich mit seiner Persönlichkeitsentwicklung auseinandersetzen möchte, die durch Prägung durch gesellschaftliches und soziales Umfeld und dem Leben dieser Persönlichkeit in seinen verschiedenen Rollen auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich eine SIZE Prozess® Persönlichkeitsanalyse.

 Wer gern sein Selbstbild mit Fremdbildern abgleichen lassen möchte, kann SIZE Prozess als 360° Feedback-Variante wählen oder 2 Tage lang intensives Erlebnislernen im Rahmen der Führungssimulation LEAD Reality Training® mit viel Feedback und Feedforward erleben.

Und wozu?

Wohl mit keinem Phänomen im Universum sind wir so innig verbunden wie mit unserem eigenen Bewusstsein. Unser Menschsein, unsere jeweilige Individualität als Person, unsere komplexe Interaktion mit unserer Umwelt wären ohne Bewusstsein undenkbar. Sie lesen gerade diesen Text: Sie denken mit, haben Assoziationen zum Gelesenen oder lassen sich zwischendurch von etwas ganz anderem ablenken? All das geschieht auf der Bühne Ihres ganz persönlichen Bewusstseins. Sobald wir über etwas nachdenken, tun wir dies bewusst – Bewusstsein lässt sich also nicht anzweifeln oder wegdiskutieren. Diese Erkenntnis fasste Descartes in dem berühmten Satz: „Ich denke, also bin ich.“

Mehrere wissenschaftlichen Disziplinen haben sich mit diesem Begriff auseinandergesetzt, und es gibt verschiedene Definitionen aus unterschiedlichen Kontexten dafür. Obwohl viele davon inspirierend sind, ist für mich als Trainerin vor allem der neurobiologische Ansatz für meine didaktische Arbeit wichtig.

Die Gehirnforschung der letzten 10 Jahre hat vielen Trainingsansätzen, die in den späten 90ern und um die Jahrtausendwende noch als „progressiv“, „zu verspielt“ und „infantil“ galten, recht gegeben und unsere Arbeit, die mit Trainerspielen die Lernenergie aufbaut, die Lernenergie und -motivation herstellt und Angst nimmt, bestätigt.

Was für eine Wohltat!

Mehr über Didaktik hier.

Mehr über die 4 Stufen des Lernens.

Seminarbeschreibung Train-the-Trainer classic.