Lerntransfer

Das Seminar ist zu Ende. Die Happy-Sheets stimmen mich froh. Die Teilnehmenden sind inspiriert, mutig und mit der Zielarbeit gut gerüstet für die Rückkehr an den Arbeitsplatz. Und dann? Oft war ich enttäuscht über die schon nach wenigen Wochen abklingende Euphorie, die noch wenige Tage danach spürbar war – mit einem “Ja, das werden wir jetzt angehen…” und dann haben mich neue Projekte überrollt, neue Menschen, neue Ziele. Und den Teilnehmenden wird es wohl nicht anders ergangen sein.

Wie oft habe ich mir Follow-Ups oder Entsende- und Rückkehrgespräche von den Führungskräften der Teilnehmenden gewunschen, selten sind sie vorgekommen. Schade eigentlich. Wir alle – Auftraggeberinnen und ich hätten es besser wissen sollen. Was nun?

Wer bei mir ab Herbst 2018 ein Seminar bucht, wird mich neu erleben. Mein Auftragsklärungsgespräch hat sich verändert. Ich bin transferorientierter geworden – mit den Ohren meiner Kunden: “Ich bin unbequemer geworden.” Ja, ist für mich auch neu und trägt damit das Risiko des mir selbst gegenüber nachgibigen – “na, das mach ma schon…” in sich, aber ich bin sehr motiviert, es durchzuziehen.

Und sie werden noch öfter von mir hören und mich sehen! Ich biete vieler meiner Seminare mittlerweile nicht mehr als geblockte 2Tages-Seminare an, sondern immer öfter als 1 + 1 oder 2 + 1 Tage mit Zeit zum Ausprobieren und Erfahrungen sammeln dazwischen an. Da passiert dann schon einiges mit dem Transfer. Neu sind auch die Transferfeedbackbögen, die ich ab Herbst 2018 einsetze. Hier melde ich mich nach 4 – 6 Monaten nach dem Seminar nochmal und frage ab, was sich nun konkret verändert hat. Ein Mehraufwand für beide Seiten, der aber Transparenz in die Investition und in die Auswahl der Inputs bringt. Dann heißt’s das Design nachschleifen und bei Bedarf neu konzeptionieren.

Sehr inspiriert hat mich Ina. Hatten Sie schon das Vergnügen? Hier eine kurze Geschichte dazu. Dr. Ina Weinbauer-Heidel lernte ich bei meinem 2. Durchgang zur Zertifitierten Trainings-Designerin bei Anna Langheiter kennen. Das war übrigens “the best recap ever” – die ultimative Wiederholung des Erlernten. Mach es doch in einem Jahr nochmal! Das hab ich mir sehr zu Herzen genommen.

Na jedenfalls war Ina ja nicht zufällig dort, sondern aufgrund Annas Recherchen zum Thema Lerntransfer. Ina schrieb das Buch “Was Trainings wirklich wirksam macht – Die 12 Stellhebel der Transferwirksamkeit“. Inspiration genug, meine Angebotsvorlage, meine Checkliste, die ich mit dem Kunden beim Auftragsklärungsgespräch durchgehe und meine Drehbücher zu überarbeiten. Wieder mal. Frei nach dem Motto: Es gibt immer was zu tun – yipie yeah yeah … Das war dann auch schon die schlechte Nachricht – ja, ist ein Stück Arbeit, das Ganze. Aber die Gute ist – nur zu einem Drittel für uns Trainerschaft. Denn es werden sowohl die Teilnehmenden als auch die Auftraggebenden ganz schön in die Pflicht genommen. Wen ich neugierig machen konnte – ein Klick genügt..

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Seminarbeschreibung Train-the-Trainer