Wo bleibt die Zeit?

Einerseits ist die Phase ohne persönliche Kontakte für viele frustrierend und auslaugend und eine Zeit lang waren die Videokonferenzen auch ein willkommener virtueller Ersatz dafür – aber schön langsam ist es genug, oder?

Bekommen Sie auch schon Beklemmungen und Magenkrämpfe, wenn Sie sich an Ihren PC setzen und den Tag voll mit Videokonferenzen und Abstimmungs- terminen starten? Wo bleibt die Zeit für das Aufarbeiten, für die Kreativität, für die Problemlösung, für die Umsetzung der abgestimmten, vereinbarten und besprochenen Punkte? Im Selbst- und Zeitmanagement entstanden in den letzten Monaten ganz neue Herausforderungen.

Müde Augen

Dass die Konzentration am Bildschirm nach bereits 20 Minuten abnimmt, habe ich schon vor Jahren in meiner Trainerausbildung gelernt. Ja, die Bildschirme sind vielleicht besser geworden und belasten nicht mehr so die Augen. Ja, ich hab mir auch eine Bildschirmbrille mit Blaulichtfilter gegönnt, als ich mein Business auf Online-Trainings umstellen musste. Und ja, vielleicht ist auch einiges trainierbar. Aber das Gelbe vom Ei ist es nicht, den ganzen Tag vor dem Bildschirm zu sitzen und die Kurzsichtigkeit wird vielerorts zunehmen, nicht nur bei den Kindern.

Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!

Haben Sie ein Fenster in der Nähe? Wie meine 16jährige Tochter stets zu sagen pflegt: „Besser is‘!“ 😉 Warum ich frage? Werfen Sie mal einen Blick raus und benennen Sie die Dinge, die Sie sehen können. In der Nähe – und was für die Augen auch recht wichtig ist, in der Ferne. (Das ist der Moment, wo ich dann immer von meiner schicken neuen Bildschirmbrille auf meine Gleitsichtbrille wechseln muss…)

Bei meiner Seminargruppe im Führungskräftelehrgang hab ich zuletzt morgens zur Einstimmung eine Runde „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!“, gespielt – war seeehhr lustig. Aufgwärmt haben wir mit Bäumen und Laternen, dann wurden Eichkätzchen, Kürbisse und Wäschespinnen ins Rennen geschickt. Dann dachte ich schon, dass ich mit dem Müllwagen, der grade durch unsere Straße fuhr, den Topscorer erzielt hätte, aber eine Teilnehmerin sah etwas, das uns alle sehr rührte: Am Balkon des Hauses gegenüber von ihrem Büro hing ein altes Leintuch als Transparent mit der Botschaft: „Alles wird gut!

Geht nicht gibt’s nicht.

In Erweiterung des Kinderspiels kann man auch den Fokus auf das legen, das sich in den letzten Wochen oder Tagen verändert hat. Momentan kann man ziehende Wolken oder Nebelschwaden beobachten, oder die sich täglich verändernde Farbenpracht von Wäldern, Parks und Weingärten. Und trotzdem sieht vielleicht jeder etwas anderes, selbst wenn man aus dem selben Fenster schaut. So individuell sind unsere Brillen und Scheuklappen, mit denen wir durch die Fenster in die Welt hinausschauen. Wie wahr. Wie wär es, wenn ihr es mal ausprobiert und miteinander darüber sprecht? Und sei es, um danach auf die anderen Veränderungen überzuleiten, die uns so begegnen.

Höchste Zeit für Reflexion

Reflexion wäre momentan ohnehin dringend angesagt. Ich befürchte, dass es eine Minderheit an Organisationen ist, die Ihren Mitarbeitenden entsprechende Angebote zukommen lässt. Eine Idee dafür ist die Online-Variante des “3 x 3 für Ihr Team-Momentum – ein knackiges Konzept zum Energie schöpfen in dieser anspruchsvollen Zeit!. Das ist eine niederschwellige, kosten- und zeitgünstige Möglichkeit, die Teams zur Reflexion anzuregen, was diese massive Veränderung in der Kommunikation und in der Zusammenarbeit in den letzten Monaten mit ihnen gemacht hat.

Brauchen Sie Unterstützung dafür? Dafür bin ich da.