TOP 2 Stolperfalle: Home-Office – Die neue Sau durch’s Dorf treiben

Meinen Sie nicht, dass Home-Office die Lösung aller Probleme mit Arbeits­zeit­flexibilisierung und Kinderbetreuung darstellt. Auch das individuelle Unbehagen, das aus überquellenden und lärmenden Großraumbüros herrührt, werden Sie damit nur teilweise kurieren.

Ja, wir werden damit die Pendlerströme ein wenig reduzieren können.
Ja, wir werden uns manchen Aufgaben konzentrierter und fokussierter widmen können.
Ja, wir bekommen die Kinder- oder Alten-Betreuung oder eine berufsbegleitende Ausbildung damit leichter geregelt.

Aber wir haben in diesen Wochen des Abstandhaltens auch am eigenen Körper gespürt, dass wir soziale Wesen sind und dass wir diese realen Begegnungen nicht unter­bewerten sollten. Vielleicht hilft es uns auch wieder, das Besondere an persönlichen Zusammenkünften zu erkennen, die besondere Qualität von Präsenzmeetings zu nutzen und ab und an den Menschen in den Vordergrund zu rücken. Auch wenn wir vielleicht noch einige Zeit mit Mindestabstand, Desinfektionsmitteln und MNS-Masken arbeiten müssen – der gleichzeitige Blickkontakt kann wieder hergestellt werden – und das ist etwas Besonderes.

Im Gegenzug haben wir eine Nähe erlebt, die vielleicht schon unangenehm war. Die Kolleginnenen – und sogar der Chef – waren ganz nah bei Ihnen zu Hause? Haben mitbekommen, wie der Umgangston mit den Kids ist, bekamen Einblicke in die Raumaufteilung und den Wäscheberg im Hintergrund? Da ist wenig Raum für Privatsphäre geblieben. Am Anfang war das vielleicht spaßig, nach 12 Wochen lässt der Humor dann schon nach, oder?

Das Zusammenspiel von beruflichen und privaten Abläufen ist sowohl für Teams als auch für die Einzelpersonen eine Herausforderung. Hier braucht es viel Rücksicht und Verständnis. Manche Unternehmen haben bereits erkannt, dass durch das Aufbrauchen der Urlaubstage nun im Sommer der nächste Betreuungsnotstand für Mitarbeitenden mit Kindern entsteht und das Home-Office auf freiwilliger Basis mal bis Jahresende verlängert. Von anderen hab ich schon gehört, dass die schon wieder die Notebooks der Mitarbeitenden einsammeln. Das finde ich persönlich jetzt doch etwas kurzsichtig und befremdlich.

Noch ein Aspekt: Stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens (oder wann immer Ihr Zeitpunkt ist) “in die Firma”. Was bedeutet das? Sie betreten ein Gebäude – sie schreiten durch die Pforte, auf der ein Namen steht. Das macht etwas mit uns. Dieses eintauchen in die transpersonale Welt einer Organisation, in der ich eine Rolle einnehme – mich vielleicht sogar “verkleide”, in dem ich Arbeitskleidung anlege – eine gewisse Haltung und auch eine gewisse Erwartungs-Haltung annehme. Das alles muss im Home-Office erst mal durch neu angelernte Rituale gelingen.

Also was tun? Erarbeiten Sie mit Ihrem Team einen Raum- und Zeitplan, damit klar ist, wieviele Personen gleichzeitig da sein können. Legen Sie gemeinsam fest, was zu Hause und was vor Ort erledigt werden kann oder soll. Beziehen Sie die Erfahrungswerte der letzten Wochen unbedingt mit ein und lassen Sie alle zu Wort kommen. Tragen Sie unterschiedlichen Persönlichkeiten in Ihrem Team Rechnung, denn Sie werden Menschen dabei haben, die eher den persönlichen Kontakt und das Teamwork suchen und welche, die besser und konzentrierter arbeiten können, wenn sie sich weit ab vom Trubel befinden. Jetzt ist endlich die Chance da, dem Rechnung zu tragen.

Hier hilft zum Beispiel ein Persönlichkeitsmodell, mit dem das Team die unterschiedlichen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen aller Teammitglieder benennen kann, denn ein gemeinsames Vokabular schafft gemeinsame Sprache und Verständnis füreinander. Ich arbeite hier z.B. gern mit SIZE Prozess®. Das ist leicht verständlich, lässt sich humorvoll und spielerisch erarbeiten und ist Made in Austria.

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