TOP 3 Stolperfalle: Mitarbeitende unreflektiert wieder entmachten (oder bemächtigen)

Ein Team ist nur so stark wie sein schwächstes Teammitglied. Die Einzelleistungen der Teammitglieder haben zum Gesamterfolg geführt. Es ist durchaus erwähnenswert, was die einzelnen Personen zu diesem gemeinsamen Erfolg beigetragen haben. Wäre es nicht schön, dem Team jetzt einen Raum zu geben, in dem sich Ihre Leute selbst ein wenig auf die Schultern klopfen können – jede und jeder einzelne – und das vor Publikum?

Hier geht es um die einzelnen Lernfelder, in denen wir persönlich gewachsen sind. Wir haben die Tücken der Technik besiegt, wir haben die Kinderbetreuung so gut es geht, gelöst. Wir haben uns zu Hause einen Arbeitsplatz erkämpft und für uns eingerichtet, um professionell arbeiten zu können. Wir haben an unserem Zeitmanagement gefeilt, unsere Kommunikationsfähigkeit trainiert, Verständnis für andere entwickelt – und wir mussten oft alleine Probleme lösen. Kurz, wir sind in die Selbstverantwortung und in die Selbstführung gegangen. Das hat unmittelbar Auswirkung auf unsere Persönlichkeitsentwicklung – nehmen Sie es den Menschen nicht wieder weg, dass sie sich in Ihrer Selbstwirksamkeit gespürt haben. Das würden Ihnen diese sehr übel nehmen.

Waren zu Beginn der Home-Office-Phase vielleicht mehr Verunsicherung und kurzzeitiger Verlust von Kompetenzen bei den Mitarbeitenden zu spüren, so hat sich das in vielen Fällen bestimmt gelegt und sogar ein Entwicklungsschub eingestellt, der nun anderes Führungsverhalten braucht. (Ich arbeite mit Führungskräften oft mit dem Modell der situativen Führung und an den damit zusammenhängenden verschiedenen Selbstständigkeitsgraden von Mitarbeitenden.) Fallen Sie nicht in alte Muster zurück und entmündigen Sie Ihre Leute nicht wieder. Haben Sie Vertrauen und delegieren Sie!

Sollten Sie den umgekehrten Fall vorliegen haben, nämlich, dass Sie Mitarbeitenden während der Home-Office Zeit aus irgendwelchen rechtlichen oder organisatorischen Gründen weniger Rechte und Verantwortung zugestehen konnten und das jetzt wieder rückgängig machen können – dann tun Sie es bitte auch wieder (außer es liegen ganz triftige Gründe vor!) Diese Gelegenheit können Sie mit einem wertschätzenden persönlichen Gespräch verknüpfen, in dem Sie zum Ausdruck bringen, wie froh Sie sind, dass Sie jetzt wieder auf die Kompetenzen der Mitarbeitenden zurückgreifen dürfen und dass diese nun wieder zeigen können, wie verantwortungsvoll und motiviert sie sind. Oder so ähnlich.

Dieses Modell eignet sich übrigens auch hervorragend dafür, einen transparenten Führungsstil einzuführen und sich auf Augenhöhe über das gegenseitige Verhalten auszutauschen. Denn Mitarbeitende, die ebenfalls Einblick darin haben und ihren Selbstständigkeitsgrad beschreiben und benennen können, können auch das passende Führungsverhalten bei ihrer Führungskraft einfordern, damit sie sich in der Erfüllung einer bestimmten Aufgabe weiter entwickeln können. Wenn man hier ein gemeinsames Vokabular zur Verfügung hat, lässt sich dieses schwammige Soft-Skills-Gequatsche viel konkreter besprechen. Das liebe ich so an Modellen. Es lässt sich auch für den Abgleich von Selbst- und Fremdbild bei den jährlichen Mitarbeitergesprächen nutzen.

Apropos Mitarbeitergespräche: Nutzen Sie diesen Moment auch und überarbeiten Sie gemeinsam die Zielvereinbarungen, die Sie bei den jährlichen Mitarbeitergesprächen festgehalten haben. Wer wusste denn schon im Jänner oder Februar, was hier ab Mitte März auf uns hereingebrochen ist? Niemand. Sie könnten eigene Corona-Ziele nachformulieren oder die bestehenden Ziele nachjustieren, damit sie sich wieder mehr an der Realität orientieren.

Konkrete erste Unterstützung bekommen Sie in meinem Gratis-Webinar “Erfolgreichere, motiviertere und produktivere Teams durch gezielte Teamentwicklung“: https://weilke.at/gezielte-teamentwicklung-webinar

Hier geht’s zum 1. Teil der Serie: Fruchtbaren Boden zu Brachland werden lassen

Hier geht’s zum 2. Teil der Serie: Homeoffice – die neue Sau durch’s Dorf treiben

Brauchen Sie Unterstützung dafür? Dafür bin ich da.

www.weilke.at | www.dieteamentwicklerin.at (coming soon)